Der Phönixweg Naturcoach - ein Selbstbild

Als ausgebildeter Naturcoach kann man Menschen in der Natur coachen. Aber was bedeutet das? Coachen ist Prozessbegleitung, eine Hilfe zur Selbsthilfe. Der Klient kommt mit einem Anliegen, bei dem er sich Hilfe wünscht. Das kann ein „Problem“ sein, also eine Situation, die als unangenehm empfunden wird, oder ein Ziel, bei dessen Umsetzung man noch Klarheit, Motivation oder Organisation braucht.

In jedem Fall ist Coaching die Begleitung bei einem Übergang im Leben. Beim „von...weg“ zum „hin zu...“. Das mag dem Klienten nicht immer bewusst sein. Manchmal kommt er mit einem Problem zum Coach, wie ein Patient mit Kopfschmerzen zu einem Arzt geht, der sich nur eine Aspirin wünscht. Eine Aspirin gibt es aber auch im übertragenen Sinn im Coaching nicht. Der Klient muss seinen Weg selbst gehen und sich bewusst sein, dass eine Veränderung ansteht und auch gewünscht wird. Der Coach begleitet diesen Prozess. Er stützt, er zeigt in eine Richtung, er schlägt eine Rast vor etc.. Aber das Gehen und Wollen kann er dem Klienten nicht abnehmen.

Die Arbeit als Naturcoach bietet sich für das Coaching regelrecht an. Sie passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Denn Natur ist Veränderung, nichts hat Bestand. Die Natur ist ein „Prozess-Beschleuniger“, weil sie selbst ständig in Veränderung ist und intensiv auf den Coaching-Prozess wirkt. Das ist für den Naturcoach nicht immer einfach, weil es nicht in seiner vollen Kontrolle liegt, das Tempo auf dem Weg zu bestimmen.

Welche Werkzeuge hat ein Naturcoach, seinem Klienten auf dessen Weg hin zu einer neuen Situation, einer neuen Einstellung und neuen Entscheidungen zu helfen?


Die 5 Säulen in der PHÖNIXWEG - Ausbildung zum Naturcoach

Das beste Werkzeug ist, die Natur so sinnvoll wie möglich in den Coaching-Prozess mit einzubinden. Einfach das Coachinggespräch nach draußen zu verlagern und den umgebenden Wald nur als nette Kulisse zu betrachten, das ist in etwa so, als kaufte man sich eine Weltumsegler-Yacht, nur um diese dann auf dem heimischen Baggersee zu ankern. Sie hilft dem Klienten, selbst die Antworten auf seine Fragen zu finden. Das klingt vielleicht etwas so, als könne sich der Naturcoach zurücklehnen und die Arbeit der Natur überlassen. Leider (oder auch zum Glück) ist dem nicht so: die Natur arbeitet intensiv mit und am Klienten, der Naturcoach hilft, das Erlebte zu verarbeiten und einzuordnen, wirkt klärend und verständigend.

Wenn der Klient Antworten auf seine Fragen gefunden hat, dann ist man immer noch (und manchmal recht weit) von einer Lösung, vom Erreichen des Coaching-Ziels, entfernt. Denn Wissen ist Macht, aber man muss diese auch noch weise einsetzen, um etwas zu verändern.

Die 5 Säulen in der Naturcoaching-Ausbildung Dazu bieten sich Naturzeremonien an. Einfach ausgedrückt sind Naturzeremonien Botschaften, die man ins eigene Unterbewusstsein schickt, um eine Veränderung ganz und gar innerlich annehmen zu können. Das gilt natürlich auch für (Alltags-) Rituale ganz allgemein. Die Hochzeit signalisiert mir: jetzt trete ich in eine neue Lebensphase ein, heraus aus dem ungebundenen Leben und hinein in eine Partnerschaft, die ich ein ganzes Leben lang leben möchte. Selbst Morgenkaffee und Zeitung sind ein Ritual, das mir auch unterbewusst klar macht: Jetzt geht es heraus aus der Phase des Ausruhens/der Morgenmuffeligkeit und hinein in den (Arbeits-) Tag. Rituale und Zeremonien sind die Schwellen von Lebensübergängen, egal ob es kleine und alltägliche oder große und einzigartige Übergänge sind.

Ein ganz einfaches Beispiel für eine schöne Naturzeremonie:

Nachdem ich als Coach mit meinem Klienten, der ein altes Thema loslassen will, geklärt habe, um was genau es dabei geht und welche Facetten dieses Loslassen hat, geht der Klient in die Natur, sucht und findet einen Stock/Stab, der das Loszulassende symbolisiert, und gibt diesen rituell ins Feuer (es muss nicht immer stimmig sein, etwas, das man Loslassen will, ins Feuer zu geben, aber es kann sehr kraftvoll sein).

Der Bewusstwerdung schließt sich so eine Naturzeremonie an, die den Übergang weg von etwas Altem und hin zu etwas Neuem markiert.

Zu diesen zwei Säulen des Naturcoachings, die wir als „Schwellenwanderung“ (mit einer Frage hinaus gehen) und als „Naturzeremonien“ bezeichnen, gibt es noch die Naturwahrnehmung als weitere Naturcoaching-Technik. Denn häufig kommt der Klient der Lösung seines Themas einen großen Schritt näher, wenn er seine eigene Perspektive und Einstellung verändern kann. Und auch hier kann man sagen: wo sollte man seine Perspektive besser verändern können als in der Natur!? Hier findet man so viel Leben, das sich ganz langsam (z.B. Schnecken) und ganz schnell (ein jagender Habicht im Wald) bewegt, die Welt als riesig (aus der Perspektive einer Ameise) und als ganz klein (aus der Vogelperspektive eines kreisenden Bussards) erlebt, als friedvoll oder feindselig, sonnig oder stürmisch. Wie soll man das gemütlich sitzend in einer Coachingpraxis wahrnehmen? Bist Du schon einmal ganz langsam mit unfokussiertem Blick durch den Wald gegangen? Nein? Dann probiere es ein paar Minuten aus, es lohnt sich! Und wenn Du ein Gefühl dafür bekommen hast, was „veränderte Naturwahrnehmung“ bedeuten könnte, dann lerne es „richtig“ bei uns.

Es gibt noch eine vierte Säule in unserer PHÖNIXWEG-Ausbildung zum Naturcoach, die nicht zu kurz kommen darf: klassische Coachingtechniken. Denn zum Rüstzeug eines guten Naturcoachs gehört es, auch zu wissen, wie man die richtigen Fragen findet, die den Klienten hin zu seinen eigenen Antworten führen. Die einfache (paradoxe und systemische) Frage „Was müssten Sie tun, um jetzt so richtig voll und ganz bei Ihrer Aufgabe zu scheitern?“ hat schon so manchen Klienten verdutzt und zum intensiven Nachdenken angeregt. Und zu wissen, wie man als Coach den Coaching-Ablauf plant und professionell dokumentiert ist eine absolute Pflicht für ein seriöses Coaching.

Die fünfte und letzte Säule unserer Ausbildung ist das Allegorische Erleben. Zum Beispiel Feuer zu machen ohne Streichhölzer und dabei zu erleben, was als Zunder funktioniert, wie man erst Glut oder Funken und dann die erste Flamme zum Leben erweckt, um sich anschlieβend am eigenen Feuer zu wärmen und dieses auch zu schützen. Und sich dabei zu fragen: „Was ist denn der Zunder in meinem Leben? Was brauche ich, damit der Funken überspringt? Wie fühlt es sich an, ein inneres Feuer zu haben, und was muss ich tun, um dieses am Leben zu erhalten?“ So funktioniert Allegorisches Leben: über das Tun zum Nachdenken und ins Verstehen zu kommen.

Naturcoaching ist anspruchs- und freudvoll für Coach und Klienten gleichermaßen. Das Coaching in der Natur erfahre ich immer wieder als kraftvoll in Bezug auf Veränderungen, intensiv und berührend.

Diese Arbeit macht Spaß und fühlt sich stimmig an.


« Zurück